Altland-Geldsystem
Aus Nuevalandia
Unser traditionelles Geldsystem enthält folgende Problematiken:
Zinsproblematik
Durch den Zinseffekt werden wir zu einem ständigen Wirtschaftswachstum in Höhe der Zinsansprüche getrieben. Da das Geld um die Zinsansprüche zu bezahlen von einem Kreditgeber kommt und wieder mit Zinsen belegt ist, ergibt sich ein exponentieller Wachstumsdruck. Da das in unserer begrenzten Welt nicht geht, entstehen eine Reihe von Problemen (ähnlich wie die platzenden Nähte der Kleidung eines wachsenden Kindes:
- Es kommt in der Wirtschaft immer wieder zu Krisen, Insolvenzen und Massenarbeitslosigkeit.
- Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander
- Die Staaten verschulden sich immer mehr und können ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr nachkommen
- Umweltprobleme werden verschärft, da oftmals nur noch zu Lasten der Umwelt die aus dem Zinsdruck geforderten Renditen erwirtschaftet werden können
- Die geforderten Renditen sind in der Realwirtschaft immer weniger erzielbar, deswegen geht das Geld in Spekulationsgeschäfte mit verhängnisvollen Blasen
Die Zusammenhänge dazu:
Wachstumsdruck
Aus der Zinsproblematik resultiert ein (volkswirtschaftlicher) Wachstumsdruck auf die Unternehmen. Diesem Druck ist auf Dauer nicht standzuhalten. Wenn die Zinsaufwendungen mit der normalen Geschäftstätigkeit schließlich nicht mehr bezahlbar sind, wird oft mit für die Mehrheit schädlichen Werkzeugen gearbeitet um im Geschäft zu bleiben. Dies sind z.B.
- (Real)Lohnsenkungen: Damit wird Wachstumsdruck nur weitergegeben anstelle gelöst.
- Weitergabe des Drucks an Lieferanten: Damit wird Wachstumsdruck nur weitergegeben anstelle gelöst.
- Lobbyismus
- Mediale Manipulation
- Senkung von Umweltstandards
- Drängen auf öffnen von neuen Märkte (Globalisierung): Problem wird in Zukunft verschoben und ist dann noch größer
- Zusätzliches Wachstum (Umsatz) durch Dinge ohne Gebrauchswert, gegen die Umwelt oder Schaden verursachend (siehe Bruttoinlandsprodukt.
- Aggressive Werbung (Callcenter, Haustürgeschäfte etc.)
Reaktion auf Wirtschaftskrisen / Spekulationsblasen
Vor allem unter Vorreiterschaft der USA wurden seit den 20er Jahren Krisen in der Wirtschaft immer mit billigem Geld der Notenbanken verhindert. Das meiste davon fließt allerdings in Spekulationsgeschäfte und bereitet somit die kommende, noch größere Krise vor. Die derzeitige Finanzkrise wird im Moment wieder mit billigem Geld und Schulden versucht zu lösen. Inzwischen hat sich das System so weit hochgeschaukelt, daß es vermutlich dieses Mal schon knapp wird. Falls es nochmal klappt, kommt bei der nächsten (dann noch größeren) Blase der richtige Crash. Auf den Spekulationsmärkten sind teilweise die Blasen breits größer als vor der Finanzkrise. Dazu:
- 5min-Beitrag dazu in der ARD bei Plusminus in Youtube: Video
- Artikel: Unterwegs zur Mega-Blase

