Monopole und "Übergröße"
Aus Nuevalandia
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Optimale Größe von Wirtschaftsunternehmen
Wann ist ein Unternehmen zu klein, optimal oder zu groß?
- Synergieen: Zusätzliche Synergieeffekte nehmen mit zunehmender Größe degressiv ab ([Grenznutzen]).
- Risiken: Risiken aufgrund von Fehlentscheidungen, Intransparenz, Schnittstellenproblemen und fehlender Übersichtlichkeit nehmen dagegen mit zunehmender Größe exponentiell zu.
- Die optimale Größe ist im Bereich des höchsten Grenznutzens. Hier werden nachhaltig in einer gesunden Wirtschaft Gewinne erzielt und Bedürfnisse der Bevölkerung befriedigt.
- Übergroß wird ein Unternehmen, wenn es über den Schnittpunkt von Synergien und Risiken hinauswächst.
- Zu klein kann ein Unternehmen sein, wenn es mögliche Basis-Synergieeffekte nicht nutzen kann. Beispielsweise wäre ein Friseur mit nur 1 Kunden pro Tag schnell pleite, da die Miete für das Lokal nicht "optimal" genutzt würde.
Auswirkungen "zu kleiner" Unternehmen
- Ein Unternehmen kann zu klein sein und dadurch weniger überlebensfähig. Wenn es nicht auf die optimale Größe wächst und Insolvenz geht, stellt dies aber kein größeres Problem dar, da das Umfeld nicht beeinflusst wird.
Auswirkungen "zu großer" Unternehmen
- Wenn ein Unternehmen über den Grenznutzen hinaus wächst, dann ist es "übergroß" geworden und weniger überlebensfähig. Es wird problematisch für sich selbst aber auch für das Umfeld wenn es eine Größe erreicht hat um z.B. eine Stadt, Bank, Zulieferer oder die Umwelt signifikant zu beeinflussen.
- Beispiele hierzu liefert die Wirtschaft ständig (Rover-kauf durch BMW, Chrysler+Mitsubishi durch Daimler, Emron, Lieferprobleme bei Airbus, Banken etc.)
- Die Anreize "zu groß" zu werden (s.unten) stellen zwar einen Vorteil für das entsprechende Unternehmen dar, aber sind kontraproduktiv zum eigentlichen Auftrag der Wirtschaft (optimale Versorgung der Bevölkerung mit Waren und Dienstleistungen).
- Eine selbstorganisierte Lösung für diese Größenproblematik in Neuland wäre eine "Größensteuer" im Neuland-Steuermodell
Anreiz für Übergröße und Monopole
Obwohl sich
- immer wieder Unternehmen die Finger an zu großen Projekten verbrennen
- und es auch gesellschaftlich und volkswirtschaftlich (wer kommt für die Schäden auf?) wenig Sinn macht immer größere Wirtschaftssubjekte zu erzeugen,
streben trotzdem fast alle nach Größe und Zusammenschlüssen.
Betriebswirtschaftliche Vorteile Unternehmer denken (zu recht) nicht volkswirtschaftlich, sondern betriebswirtschaftlich. Auch wenn es für die Gesellschaft und die Volkswirtschaft mehr Schaden als Nutzen bringt, macht es aufgrund folgender Aspekte betriebswirtschaftlich Sinn:
- Wer ein Monopol hat, kann die Preise nach Wunsch festlegen, braucht sich kaum um Service, Effizienzen und Qualität zu kümmern. Die Kunden haben ja keine andere Wahl.
- Durch Marktmacht besserer Kampf gegen Konkurrenz (Preiskampf, aufkaufen etc.)
- Besserer Lobbyismus in Politik (Der Steueranteil ist seit den 70er Jahren für Arbeitnehmer+Mittelstand von 16 auf 35% gestiegen, für Großkonzerne unter 20% gesunken)
- Bis hin zu „Erpressung“ von Staatssubventionen in Krisen, da „zu viele Arbeitsplätze“ gefährdet sind (Gewinne bleiben privat, Risiken werden nationalisiert).
- Besserer Einfluß auf Verbrauchern durch günstigere Werbekampagnen (pro Stück)
- Schaffung von Abhängigkeiten der Lieferanten (teilw. Automobilzulieferer etc.)
- Wachstum zu Schaffung von Oligopolen/Monopole. Diese erhöhen ihren Gewinn kaum durch bessere/neue Produkte, sondern durch Preiserhöhungen aufgrund fehlender Konkurrenz.
- Innovationen, vermehrte Forschung und Entwicklung passiert auch nicht durch Großkonzerne. Keines der gebräuchlichen Haushaltgeräte (Waschmaschine, Geschirrspüler, Mixer etc.) wurde von einem Großkonzern erfunden. Mittels Aufkauf von Patenten oder kleiner Wettbewerber werden oft für die eigenen Produkte "gefährliche" Innovationen aufgekauft und vom Markt ferngehalten.
- In manchen Fällen werden Unternehmen auch aufgrund aggressiver Konkurrenz zum Wachstum bzw. Zusammenschlüssen gezwungen (Übernahmekämpfe an Börse etc.)
-> Alle diese betriebswirtschaftlichen Vorteile sind volkswirtschaftlich und gesellschaftlich schädlich und überwiegen evtl. nützliche Effekte.
- Daß nur große Konzerne als global Player international gute Geschäfte machen können stimmt inzwischen auch nicht mehr. Durch die modernen Kommunikationstechniken und das Web 2.0 kann heutzutage auch genauso ein projektbezogener Firmenverbund in Kooperation große Auslandsprojekte stemmen. Die Struktur ist dann trotzdem noch "kleinteilig" und damit kommt man nicht in die Problematik der Übergröße.

